Der Oberst wollte die neue Pilotin demütigen, doch als er sah, wer wirklich vor ihm stand, verschlug es ihm die Sprache.
Oberst Adam beobachtete die neue Pilotin auf dem Luftwaffenstützpunkt. Sie trug nicht die vorgeschriebene Uniform, sondern nur ein Abzeichen an ihrem weißen T-Shirt. Sie schritt ruhig und mit fast trotziger Zuversicht einher.
Sie ging auf den Oberst zu und blieb vor ihm stehen, ohne den Blick zu senken.
Adam musterte sie von oben bis unten. „Wo ist Ihre Uniform, Pilotin? Hier gelten die Regeln.“
Sie antwortete gelassen: „Ich trage sie bei offiziellen Einsätzen. Im Moment bin ich noch in der Einarbeitungsphase, wie es in den Vorschriften steht.“
Um sie herum verlangsamten einige Soldaten ihren Schritt und spürten die wachsende Spannung. Adam lächelte kalt. Er genoss es, Rekruten zu demütigen und zuzusehen, wie sie innerhalb von Sekunden ihr Selbstvertrauen verloren. Und hier sah er ein ideales Opfer.
„Sie glauben, Sie können mir meine eigenen Regeln beibringen?“, fuhr er ihn an.
„Nein, Colonel. Ich versuche nur, meine Arbeit zu machen.“
Ihre Gelassenheit machte ihn nur noch wütender. „Gut. Morgen im Morgengrauen Testflug. Wir werden sehen, ob Ihr Selbstvertrauen in 3000 Metern Höhe hält.“
Sie nickte. „Ich bin bereit.“
In diesem Moment dachte Adam nur daran, die junge Pilotin vor allen bloßzustellen, doch als er sah, wer da wirklich vor ihm stand, änderte sich alles.
Am nächsten Morgen ging Adam zur Startbahn. Seine Augen waren immer noch auf die neue Pilotin gerichtet, doch ein seltsames Gefühl beschlich ihn. Er beobachtete sie und bereitete sich auf ihren Test vor, als ein höherer Offizier auf ihn zukam.
„Colonel, Sie müssen etwas wissen … diese Pilotin ist nicht die, die sie zu sein scheint. Sie kommt von Alpha-7.“
Der Name hallte in Adams Kopf wider.
Alpha-7 … die geheime Einheit, die nach der gescheiterten Delta-Operation, bei der fast alle Mitglieder ums Leben kamen, spurlos verschwunden war.
Es gab nur zwei Überlebende, und eine von ihnen … war sie.
Der andere war Adams Bruder, den sie gerettet hatte.
Schuldgefühle, Dankbarkeit – alles überflutete sie in einem Augenblick.
„Ich … ich … Sie konnten es nicht wissen …“, murmelte Adam mit zitternder Stimme.
Sie antwortete nur: „Ich habe nie nach Anerkennung gestrebt, Colonel.“










